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Das übergeordnete Ziel von Bertelsmann ist die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes über eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft. Zur Steuerung des Konzerns bedient sich Bertelsmann seit vielen Jahren eines wertorientierten Steuerungssystems, in dessen Mittelpunkt Umsatz, operatives Ergebnis und optimaler Kapitaleinsatz stehen. Aus formalen Gründen unterscheidet Bertelsmann Steuerungskennzahlen im engeren Sinne von solchen im weiteren Sinne.

Steuerungskennzahlen im engeren Sinne – hierzu zählen Umsatz, Operating EBITDA sowie der Bertelsmann Value Added (BVA) – dienen der unmittelbaren Beurteilung der laufenden Geschäftsentwicklung und finden dementsprechend Eingang in den Prognosebericht. Hiervon abgegrenzt werden Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne verwendet, die sich zum Teil aus den vorgenannten Kennzahlen ableiten oder durch diese stark beeinflusst werden. Hierzu zählen die EBITDA-Marge sowie die Cash Conversion Rate. Bestandteil des wertorientierten Steuerungssystems im weiteren Sinne ist darüber hinaus das finanzielle Steuerungssystem mit den definierten internen Finanzierungszielen. Angaben zur erwarteten Entwicklung von Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne erfolgen allenfalls ergänzend und sind kein Bestandteil des Prognoseberichts.

Steuerungskennzahlen im engeren Sinne

Zur Steuerung des Konzerns verwendet Bertelsmann Umsatz, Operating EBITDA sowie den BVA als Steuerungsgrößen. Der Umsatz wird als Wachstumsindikator der Geschäfte herangezogen. Im Geschäftsjahr 2014 erhöhte sich der Konzernumsatz um 3,1 Prozent auf 16,7 Mrd. € (Vj.: 16,2 Mrd. €). Angesichts der Wachstumsstrategie des Bertelsmann-Konzerns und der damit verbundenen Ausweitung der Investitionstätigkeit wird seit Beginn des Geschäftsjahres 2014 das Operating EBITDA als Steuerungsgröße zur Ermittlung der Ertragskraft der operativen Geschäfte genutzt. Das Operating EBITDA ist als das Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern sowie planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen festgelegt und um Sondereinflüsse bereinigt. Damit eignet es sich als aussagekräftige Steuerungsgröße zur nachhaltigen Ermittlung des operativen Ergebnisses. Im Berichtszeitraum lag das Operating EBITDA mit 2.374 Mio. € über dem hohen Niveau des Vorjahres (Vj.: 2.311 Mio. €).

Zur Beurteilung der Ertragskraft des operativen Geschäfts und der Rentabilität des investierten Kapitals verwendet Bertelsmann den BVA. Der BVA misst den über die angemessene Verzinsung des investierten Kapitals hinaus erwirtschafteten Gewinn. Diese Form der Wertorientierung findet sowohl in der strategischen Investitions- und Portfolioplanung als auch in der operativen Geschäftssteuerung ihren Ausdruck und bildet zusammen mit qualitativen Kriterien die Grundlage für die Bemessung des variablen Anteils der Managementvergütung. Der BVA berechnet sich aus der Differenz von Net Operating Profit After Tax (NOPAT) und Kapitalkosten. Ausgangsbasis zur Berechnung des NOPAT ist das Operating EBITDA. Unter Abzug von planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen und bereinigt um Sondereinflüsse ergibt sich nach Modifikationen und unter Abzug pauschalisierter Steuern von 33 Prozent das für die BVA-Berechnung zugrunde gelegte NOPAT. Die Kapitalkosten entsprechen dem Produkt aus Kapitalkostensatz und investiertem Kapital. Der Kapitalkostensatz beträgt einheitlich 8 Prozent nach Steuern. Das investierte Kapital ergibt sich aus den Vermögenspositionen der Bilanz, die dem operativen Betriebszweck dienen, abzüglich solcher Verbindlichkeiten, die dem Unternehmen unverzinslich zur Verfügung stehen. Zusätzlich wird der Barwert der Operating Leases bei der Ermittlung des investierten Kapitals berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2014 reduzierte sich der BVA trotz der insgesamt verbesserten operativen Ergebnisentwicklung auf 188 Mio. € nach 283 Mio. € im Vorjahr. Zu dieser Entwicklung trugen vor allem die getätigten Akquisitionen im Berichtszeitraum sowie die erstmalig ganzjährig einbezogenen Transaktionen des Vorjahres bei, die zu einem Anstieg des investierten Kapitals führten. Kompensierende Effekte aus Ergebnisbeiträgen der akquirierten Geschäfte werden aufgrund ihres Wachstumsprofils erst für die Folgejahre erwartet. Der BVA der RTL Group lag leicht unter Vorjahr. Der BVA-Rückgang bei Penguin Random House ist vor allem auf den Anstieg des investierten Kapitals zurückzuführen. Der BVA von Gruner + Jahr reduzierte sich durch einen geringeren Ergebnisbeitrag im Berichtszeitraum. Bei Arvato belastete der Rückgang des Ergebnisses bei gleichzeitigem Anstieg des investierten Kapitals den BVA. Der BVA von Be Printers verbesserte sich leicht.

BVA in Mio. €
Steuerungskennzahl im engeren Sinne

BVA in Mio €

Cash Conversion Rate in Prozent1)
Steuerungskennzahl im weiteren Sinne

Cash Conversion Rate in Prozent

Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne

Zur Beurteilung der Geschäftsentwicklung werden weitere Steuerungskennzahlen verwendet, die sich teilweise aus Umsatz und Operating EBITDA ableiten bzw. von diesen Größen stark beeinflusst werden. Als Maßstab für die Finanzmittelfreisetzung aus den Geschäften dient die Cash Conversion Rate, die aus dem Verhältnis von Operating Free Cash Flow zu Operating EBIT ermittelt wird. Der Operating Free Cash Flow berücksichtigt keine Zins-, Steuer- oder Dividendenzahlungen an nicht beherrschende Anteilseigner, ist um operative Investitionen wie Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen und Veränderungen des Working Capital vermindert und um Sondereinflüsse bereinigt. Angestrebt wird im langjährigen Mittel eine Cash Conversion Rate von 90 bis 100 Prozent. Im Geschäftsjahr 2014 lag die Cash Conversion Rate bei 97 Prozent (Vj.: 104 Prozent) und somit im Rahmen des Zielkorridors.

Aus dem Verhältnis von Operating EBITDA zu Umsatz ermittelt sich die EBITDA-Marge, die als ergänzendes Kriterium zur Beurteilung der operativen Geschäftsentwicklung herangezogen wird. Im Geschäftsjahr 2014 lag die EBITDA-Marge mit 14,2 Prozent auf dem hohen Vorjahresniveau von 14,3 Prozent.

Das finanzielle Steuerungssystem von Bertelsmann ist definiert durch die internen Finanzierungsziele, die im Abschnitt „Finanz- und Vermögenslage“ dargestellt werden. Diese Grundsätze zur Finanzierung werden bei der Steuerung des Konzerns verfolgt und fallen unter das wertorientierte Steuerungssystem im weiteren Sinne.

Zum wertorientierten Steuerungssystem im weiteren Sinne zählen nicht die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren (Mitarbeiter, gesellschaftliche Verantwortung und Innovationen). Aufgrund einer nur eingeschränkten Messbarkeit können keine unmittelbar quantifizierbaren Aussagen zu Wirkungszusammenhängen und Wertsteigerungen getroffen werden. Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden daher nicht zur Steuerung des Konzerns verwendet.