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Risikomanagementsystem

Das Risikomanagementsystem (RMS) von Bertelsmann dient der Früherkennung, Beurteilung und Steuerung interner und externer Risiken. Das Interne Kontrollsystem (IKS) als integraler Bestandteil des RMS überwacht die Wirksamkeit der implementierten Gegenmaßnahmen. Ziel des RMS ist es, materielle Risiken für den Konzern rechtzeitig zu identifizieren, um Gegenmaßnahmen ergreifen und Kontrollen durchführen zu können. Risiken sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für Bertelsmann negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Darüber hinaus können sich Risiken negativ auf die Erreichung der strategischen, operativen sowie berichterstattungs- und Compliance-relevanten Ziele des Konzerns auswirken.

Der Prozess des Risikomanagements erfolgt in Anlehnung an die international anerkannten Rahmenwerke des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO Enterprise Risk Management – Integrated Framework bzw. Internal Control – Integrated Framework) und ist in die Teilschritte Identifikation, Bewertung, Steuerung, Kontrolle und Überwachung gegliedert. Schwerpunkt der Risikoidentifizierung ist die Risikoinventur, die jährlich die wesentlichen Risiken der Unternehmenstätigkeit vom Profit Center aufwärts ermittelt und dann stufenweise auf Divisions- und Konzernebene zusammenfasst. So ist sichergestellt, dass Risiken am Ort ihrer Wirksamkeit erfasst werden. Zusätzlich erfolgen halbjährlich eine konzernweite Nacherhebung der wesentlichen Risiken sowie quartalsweise eine Berichterstattung mit Negativmeldungen. Durch die Ad-hoc-Berichterstattungspflicht werden unterjährige wesentliche Veränderungen in der Risikoeinschätzung dem Vorstand zur Kenntnis gebracht. Den Risiken werden Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen gegenübergestellt. Auf diese Weise wird das sogenannte Nettorisiko ermittelt. Der Zeithorizont für die Einschätzung von Risiken beträgt sowohl ein Jahr als auch drei Jahre, um Steuerungsmaßnahmen frühzeitig einleiten zu können. Ausgangspunkt für die Ermittlung der wesentlichen Konzernrisiken ist analog der mittelfristigen Unternehmensplanung der Dreijahreszeitraum. Dabei ergibt sich die Bewertung eines Risikos als Produkt aus geschätzter negativer Auswirkung auf den Free Cashflow bei Eintritt des Risikos und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Risikoüberwachung durch das Management erfolgt fortlaufend. Das RMS sowie das IKS als Teil des RMS werden kontinuierlich weiterentwickelt und sind in die laufende Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat von Bertelsmann eingebunden. Um die Erfüllung gesetzlicher und interner Anforderungen sicherzustellen, finden in regelmäßigen Abständen Sitzungen der Corporate und Divisional Risk Management Committees statt.

Der Abschlussprüfer prüft das Risikofrüherkennungssystem gemäß § 91 Abs. 2 AktG auf seine Eignung, Entwicklungen, die den Fortbestand der Bertelsmann SE & Co. KGaA gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen, und berichtet die Ergebnisse an den Aufsichtsrat. Die Konzernrevision führt fortlaufend Prüfungen der Angemessenheit und der Funktionsfähigkeit des RMS in den Unternehmensbereichen Penguin Random House, Arvato und Be Printers sowie in den Bereichen Corporate Investments und Corporate Center durch. Die Risikomanagementsysteme der RTL Group und von Gruner + Jahr werden durch die jeweiligen divisionseigenen internen Revisionen sowie externe Wirtschaftsprüfer beurteilt. Aufgedeckte Mängel werden zeitnah durch geeignete Maßnahmen beseitigt. Der Bertelsmann-Vorstand hat Umfang und Ausrichtung des RMS anhand der unternehmensspezifischen Gegebenheiten ausgestaltet. Dennoch kann selbst ein angemessen eingerichtetes und funktionsfähiges RMS keine absolute Sicherheit für die Identifikation und Steuerung von Risiken gewährleisten.

Rechnungslegungsbezogenes Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem

Die Ziele des rechnungslegungsbezogenen RMS und des IKS sind zum einen die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der externen und internen Rechnungslegung gemäß der geltenden Gesetzeslage sowie eine zeitnahe Bereitstellung von Informationen. Zum anderen soll die Berichterstattung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Bertelsmann vermitteln. Die nachstehenden Aussagen gelten für den Konzernabschluss (einschließlich Konzernanhang und zusammengefassten Lageberichts) inklusive der Zwischenberichterstattungen wie auch für das interne Management Reporting.

Das IKS für den Rechnungslegungsprozess besteht aus folgenden Teilbereichen: Die konzerninternen Regeln zur Abschlusserstellung und Bilanzierung (z. B. IFRS-Handbuch, Richtlinien, Rundschreiben) werden allen eingebundenen Mitarbeitern zeitnah zur Verfügung gestellt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt in einem konzernweit einheitlichen Berichterstattungssystem. Durch umfangreiche automatische Systemkontrollen wird die Datenkonsistenz der Abschlüsse sichergestellt. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems erfolgt durch einen dokumentierten Änderungsprozess. Systemseitige Abstimmprozesse von konzerninternen Geschäftsvorfällen dienen zur Vorbereitung der entsprechenden Konsolidierungsschritte. Sachverhalte, die zu wesentlichen Fehlaussagen im Konzernabschluss führen können, werden jeweils zentral von Mitarbeitern der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der RTL Group (für den vorkonsolidierten Teilkonzern) überwacht sowie gegebenenfalls unter Hinzunahme externer Experten verifiziert. Zentrale Ansprechpartner der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der Unternehmensbereiche stehen zudem in kontinuierlichem Kontakt mit den Tochterfirmen vor Ort, um die IFRS-konforme Bilanzierung sowie die Einhaltung von Berichtsfristen und -pflichten sicherzustellen. Abgerundet werden diese präventiven Maßnahmen durch Kontrollen in Form von Analysen durch das Konzernrechnungswesen der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der RTL Group (für den vorkonsolidierten Teilkonzern). Diese Analysen dienen der Aufdeckung verbliebener Inkonsistenzen. In das interne Management Reporting sind zudem die Controlling-Abteilungen der Unternehmensbereiche und des Konzerns eingebunden. Im Rahmen der quartalsweisen Segmentabstimmung erfolgt eine Abstimmung des internen und externen Berichtswesens. Durch die Einführung eines weltweit verbindlichen Kontrollrahmens für die dezentralen Rechnungslegungsprozesse soll zudem ein standardisierter Aufbau des IKS auf Ebene der lokalen Buchhaltungen aller vollkonsolidierten Konzerngesellschaften erreicht werden. Feststellungen der externen Prüfer sowie der Konzernrevision in Bezug auf die Bilanzierung werden zeitnah mit den betroffenen Unternehmen besprochen und Lösungswege erarbeitet. Im Rahmen eines Self Assessment erfolgt jährlich eine Bestandsaufnahme der Qualität des IKS in den wesentlichen Konzerngesellschaften. Die Ergebnisse werden auf Ebene der Prüfungs- und Finanzausschüsse der Unternehmensbereiche diskutiert.

Die Konzernrevision sowie die internen Revisionen von RTL Group und Gruner + Jahr beurteilen die rechnungslegungsrelevanten Prozesse im Rahmen ihrer Prüfungstätigkeit. Darüber hinaus berichtet der Konzernabschlussprüfer im Rahmen seiner Abschlussprüfung dem Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA über im Rahmen der Prüfung gegebenenfalls erkannte wesentliche Schwächen des rechnungslegungsbezogenen Internen Kontrollsystems und die Feststellungen zum Risikofrüherkennungssystem.

Wesentliche Konzernrisiken

Bertelsmann ist einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Die für Bertelsmann wesentlichen Risiken, die im Rahmen der Risikoberichterstattung identifiziert wurden, sind in der nachfolgenden Tabelle ihrem Rang nach aufgelistet. Entsprechend der Höhe des möglichen Mittelabflusses werden die Risiken im Sinne der Risikotragfähigkeit als bestandsgefährdend, erheblich, signifikant, moderat oder gering klassifiziert. Im Rahmen der abgelaufenen Risikoinventur wurden keine Risiken, die als erheblich oder bestandsgefährdend einzustufen wären, identifiziert.

Aufgrund der Heterogenität der Konzerngeschäfte und der damit verbundenen unterschiedlichen Risiken, denen die einzelnen Unternehmensbereiche ausgesetzt sind, werden im Folgenden die identifizierten wesentlichen strategischen und operativen Konzernrisiken nach Bereichen untergliedert beschrieben. Als übergeordnete Risiken wurden Risiken aus Akquisitionen sowie Risiken der Informationstechnologie identifiziert und separat beschrieben. Im Anschluss erfolgt eine Erläuterung der rechtlichen und regulatorischen Risiken sowie der Finanzmarktrisiken. Diese Risiken werden über die Konzernfunktionen im Wesentlichen zentral gesteuert.

Übersicht wesentlicher Konzernrisiken  

Risikoklassifizierung
RangRisikoartGeringModeratSignifikantErheblichBestands-
gefähr­dend
1Preis- und Margenrisiken    
2Kundenrisiken    
3Lieferanten­risiken    
4Zuschauer- und Marktanteil    
5Änderungen im Marktumfeld    
6Konjunkturelle Entwicklungen    
7Integrations­risiken Penguin Random House    
8Mitarbeiter­­bezogene Risiken    
9Rechtliche und regulator­­ische Risiken    
10Finanzmarkt­risiken    

Strategische und operative Risiken

Die Weltwirtschaft hat im Jahr 2014 ihr moderates Wachstum fortgesetzt. Im Jahr 2015 dürfte das globale Wachstum langsam an Fahrt gewinnen. Trotz der nachlassenden Unsicherheit in Bezug auf die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen bleibt die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann mit gewissen Risiken behaftet. Unter Annahme der anhaltenden Normalisierung der gesamtwirtschaftlichen Lage rechnet Bertelsmann für das Jahr 2015 mit einem stabilen Geschäftsverlauf. Neben dem Risiko aus der konjunkturellen Entwicklung stellen Preis- und Margenrisiken, Kundenrisiken, Risiken aus Lieferantenbeziehungen, der etwaige Verlust an Zuschauer- und Marktanteilen sowie Risiken aus Änderungen im Marktumfeld weitere signifikante Konzernrisiken dar. Deren Entwicklung kann wesentlich beeinflusst werden durch ein verändertes Kundenverhalten infolge der Digitalisierung, durch die Entwicklung und Einführung von Produkten und Dienstleistungen seitens neuer oder bestehender Wettbewerber, durch Forderungsausfälle sowie Ausfälle und Beeinträchtigungen entlang der Produktionsstufen der einzelnen Unternehmensbereiche, z. B. im Bereich IT. Integrationsrisiken in Verbindung mit dem Zusammenschluss von Penguin Random House sowie mitarbeiterbezogene Risiken stellen für Bertelsmann moderate Risiken dar.

Die fortschreitende Digitalisierung birgt für die RTL Group das Risiko einer zunehmenden Fragmentierung der Märkte, da die Zuschauer immer mehr Auswahl haben (unter anderem durch Onlineplattformen) und gleichzeitig die Markteintrittsbarrieren sinken. Mögliche Folgen sind rückläufige Zuschauer- und Werbemarktanteile und damit letztlich sinkende Umsatzerlöse. Die RTL Group tritt dem Risiko insbesondere mit einer kontinuierlichen Überarbeitung und Weiterentwicklung der Sender- und Programmstrategien entgegen, unter anderem durch Aufbau von aufeinander abgestimmten Senderfamilien und eine kontinuierliche Anpassung an internationale Programmtrends. Ein zunehmender Wettbewerb im Bereich der Programmakquisition und TV-Produktion mit dem Risiko potenzieller Kostensteigerungen könnte die Ertragskraft der RTL Group ebenfalls beeinträchtigen. Um dieses Risiko zu mindern, werden mit wichtigen Inhaltelieferanten langfristige Verträge geschlossen sowie der Programmanteil an Eigenproduktionen ausgeweitet. Ferner hat die konjunkturelle Entwicklung einen unmittelbaren Einfluss auf die TV-Werbemärkte und damit auf die Erlöse der RTL Group. Diesem Risiko wird mit der Erschließung werbeunabhängiger Einnahmequellen begegnet, z. B. Distributionsumsätze von Plattformbetreibern. Zur Verringerung des Risikos von Kundenverlusten wird ein aktives Kundenmanagement betrieben.

Für Penguin Random House stellt das wesentliche Risiko ein steigender Margendruck dar, ausgelöst durch sinkende E-Book-Preise und Änderungen in den Verkaufskonditionen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, führt Penguin Random House intensive Verhandlungen mit Kunden und überwacht die Marktpreisentwicklungen. Penguin Random House sieht sich Forderungsausfallrisiken ausgesetzt, die durch ein sorgfältiges Debitorenmanagement und den Abschluss von Kreditversicherungen begrenzt werden. Daneben besteht weiterhin das Risiko aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen, insbesondere bei der Integration der IT-Systeme. Das Management hat einen Integrationsplan entwickelt, dessen Umsetzungsfortschritt laufend durch ein Integration Management Office überwacht wird. Im Bereich der physischen Bücher könnte der allgemeine Trend hin zu wachsenden Onlineverkäufen Kundenbeziehungen bedrohen und sinkende stationäre Verkäufe sowie anhaltenden Margendruck zur Folge haben. Die Risikominimierungsstrategie beinhaltet ein aktives Kundenmanagement, die Steigerung von E-Book-Verkäufen und Onlineverkäufen physischer Bücher sowie Werbemaßnahmen zur Steigerung von Marktanteilen. Darüber hinaus sieht sich Penguin Random House einem lieferantenseitig bedingten Kostendruck sowie Risiken aus einer allgemeinen konjunkturellen Unsicherheit ausgesetzt. Das Management begegnet diesen Risiken durch ein aktives Lieferantenmanagement sowie flexible Kostenstrukturen, die eine schnelle Reaktion auf konjunkturelle Schwächephasen ermöglichen.

Für Gruner + Jahr stellt die Gefahr einer Eintrübung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds und infolgedessen sinkender Anzeigen- und Vertriebserlöse das größte Risiko dar. Dies geht einher mit einem sich ändernden Marktumfeld, in dem Preisdruck und Umsatzverluste als Folge einer weiteren Konzentration im Agenturmarkt und aggressiver Anzeigenkonditionen von Wettbewerbern nicht auszuschließen sind. Weiterhin besteht das Risiko, dass die zunehmende Bedeutung digitaler Werbemöglichkeiten zu sinkenden Margen führt. Neben der Gefahr des Verlustes von Schlüsselkunden, da z. B. Anzeigenkunden auf andere Medien ausweichen könnten, besteht lieferantenseitig das Risiko steigender Kosten. Begegnet wird den Risiken durch ein aktives Kosten- und Kundenmanagement, die Entwicklung neuer Angebotsformen sowie Preis- und Qualitätsverbesserungen. Auf EU-Ebene diskutierte Werbeeinschränkungen (z. B. für Automobilwerbung) können zu sinkenden Anzeigenerlösen führen.

Arvato sieht sich insbesondere Risiken aus Kunden- und Lieferantenbeziehungen sowie aus einem sich verändernden Marktumfeld ausgesetzt. Die Etablierung einer Matrixorganisation mit Fokus auf Solution Groups sowie einem zentralen Key Account Management trägt zu einer zielgerichteten Kundenansprache bei. Dem Verlust von Großkunden wird darüber hinaus durch langfristige Vertragsgestaltungen mit umfangreichen Leistungsbündeln bei gleichzeitig flexiblen Kostenstrukturen sowie durch integrierte Dienstleistungselemente entgegengetreten. Lieferantenseitig stellen sowohl die Qualität bezogener Güter und Dienstleistungen als auch deren Beschaffungskosten, sofern der Anstieg nicht an die Kunden weitergegeben werden kann, wesentliche Risiken dar. Bedingt durch einen gleichzeitigen Anstieg der Abhängigkeit von wenigen Lieferanten steigt in einigen Bereichen der Margendruck. Gegenmaßnahmen sind der Abschluss von Langzeitverträgen, ein aktiver Austausch mit bestehenden Lieferanten sowie die Beobachtung des Lieferantenmarktes. Ein Anstieg der Wettbewerbsintensität resultiert daraus, dass Wettbewerber ihre Wertschöpfungskette ausweiten und damit der Strategie von Arvato folgen. Auch der Markteintritt neuer Wettbewerber könnte den Wettbewerbsdruck erhöhen und zu geringeren Margen führen. Eine konstante Fortentwicklung des Leistungsportfolios soll die Wettbewerbsposition verbessern und die Kundenbindung durch integrierte Lösungen, verbunden mit einer tendenziell höheren Wertschöpfung, erhöhen. Eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds kann zu zurückgehenden Umsätzen und damit zu geringeren Deckungsbeiträgen führen, was Kostensenkungsmaßnahmen und Kapazitätsanpassungen erfordern würde. Risikomindernd wirkt die breite Diversifikation über Kunden, Branchen und Regionen hinweg. Hinsichtlich des fortschreitenden Trends zur Digitalisierung bestehen zusätzliche Risiken bei einzelnen Kundensegmenten von Arvato, insbesondere im Bereich der Distribution und der Herstellung physischer Medienprodukte. Diesen Risiken wird unter anderem durch die Entwicklung von Geschäftsansätzen, die digitale Dienstleistungen umfassen, begegnet. Weiterhin wird der gezielte Rückbau von Geschäftsfeldern ohne strategische oder wirtschaftliche Perspektive vorgenommen.

Für Be Printers stellen Kundenrisiken, vor allem die strukturell erhöhte Abhängigkeit von einzelnen Großkunden, nach wie vor das bedeutendste Risiko dar. Diesem wird, neben dem Abschluss von Kreditversicherungen und einem aktiven Debitorenmanagement, insbesondere durch die flexible Gestaltung von Kundenverträgen begegnet. Ferner kann auch die Verschlechterung des konjunkturellen Umfelds zu Auflagenrückgängen, verbunden mit negativen Ergebniseffekten, führen. Preis- und Margendruck resultieren zudem aus einem Marktumfeld, das von Überkapazitäten sowie bestehenden Konsolidierungstendenzen gekennzeichnet ist. Steigende Rohstoffpreise – insbesondere für Papier –, die nicht an Kunden weitergereicht werden können, stellen weitere Risiken auf der Lieferantenseite dar. Risikominimierungsstrategien beruhen insbesondere auf einer ständigen Optimierung und Flexibilisierung der Kostenstrukturen, der Vereinbarung von Preisgleitklauseln sowie einer permanenten Marktbeobachtung.

Der Bereich Corporate Investments umfasst neben den verbliebenen Club- und Direktmarketinggeschäften des Konzerns die Fondsaktivitäten sowie die strategischen Wachstumsbereiche Musikrechte und Bildung. Die identifizierten Risiken sind aus Konzernsicht von untergeordneter Bedeutung.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass durch den demografischen Wandel verstärkt mitarbeiterbezogene Risiken in den Fokus der Risikoberichterstattung treten. Hervorzuheben sind beispielsweise die Verschiebung der Altersstruktur der Belegschaft, Herausforderungen bei der Gewinnung von qualifiziertem Personal und die Abwanderung von Top-Führungskräften. Dieses Risiko gilt für sämtliche Unternehmensbereiche. Als Gegenmaßnahmen sind z. B. Weiterbildungsmaßnahmen und Gesundheitsprogramme, verstärkte Rekrutierungsmaßnahmen sowie eine bereichsübergreifende Talententwicklung zu nennen.

Risiken aus Akquisitionen

Die Entwicklungsstrategie des Konzerns beinhaltet neben organischem Wachstum gezielte Akquisitionen erfolgversprechender Geschäfte. Die im Jahr 2014 getätigten Akquisitionen bergen sowohl Chancen als auch Risiken. Bereits die Auswahl der richtigen Investitionsobjekte und die Allokation von Investitionsmitteln bergen Risiken, denen durch strikte Investitionskriterien Rechnung getragen wird. Die Integration in den Konzern erfordert Einmalaufwendungen, denen in der Regel langfristig Vorteile durch Synergieeffekte gegenüberstehen. In diesem Zusammenhang bestehen Risiken darin, dass die Integrationskosten höher als erwartet ausfallen oder die Synergien nicht in dem Maße eintreten wie prognostiziert. Die Integrationsprozesse werden daher durch das Management permanent überwacht.

Risiken der Informationstechnologie

Für ein global agierendes Medienunternehmen wie Bertelsmann ist die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Informationstechnologie von zentraler Bedeutung und stellt oft einen wettbewerbsdifferenzierenden Faktor dar. Die Fähigkeit, Informationen zeitgerecht, vollständig, fehlerfrei und vertraulich zur Verfügung zu stellen und störungsfrei zu verarbeiten, ist für Bertelsmann erfolgskritisch. Herausforderungen ergeben sich einerseits aus vielfach noch nicht standardisierten internen Prozessen sowie aus externen Gefährdungspotenzialen wie Cyber-Attacken, die im Markt- und Wettbewerbsumfeld stark zugenommen haben. Weitere Herausforderungen ergeben sich aus der breiten Anwendung von Cloud-basierten IT-Anwendungen sowie der starken Zunahme von mobilen Lösungen. Bertelsmann hat im Jahr 2014 auf die verschärften Rahmenbedingungen reagiert und konzernweit ein Information Security Management System (ISMS, basierend auf dem Industriestandard ISO 27001) eingeführt. Das Managementsystem beinhaltet eine regelmäßige und strukturierte Erhebung der Einhaltung der Vorgaben sowie eine systematische Erfassung von Risiken der Informationssicherheit sowie Ableitung zugehöriger Maßnahmen.

Rechtliche und regulatorische Risiken

Bertelsmann ist als weltweit tätiger Konzern grundsätzlich einer Vielzahl rechtlicher und regulatorischer Risiken ausgesetzt, die von Rechtsstreitigkeiten bis hin zu unterschiedlicher Auslegung steuerlicher Sachverhalte reichen können. Diese Risiken werden durch die entsprechenden Fachabteilungen des Konzerns laufend überwacht.

Als Reaktion auf das Verfahren des Bundeskartellamts im Jahr 2007 wegen der von IP Deutschland und Seven One Media („SOM“) angebotenen Rabattmodelle („Share Deals“) erhob RTL II im November 2008 Klage gegen IP Deutschland, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der RTL Group, und SOM. Die Klage von RTL II beschränkt sich derzeit auf den Zugang zu Informationen, mit deren Hilfe die Kläger beweisen wollen, dass ihnen durch besagte Rabattmodelle ein Schaden entstanden sei. Das erstinstanzliche Gericht in Düsseldorf hat entschieden, ein Sachverständigengutachten in Auftrag zu geben.

Ausländische Investitionen in Medienunternehmen in der Volksrepublik China sind Einschränkungen unterworfen. Einige der Bertelsmann-Beteiligungen in China werden daher treuhänderisch gehalten, um den lokalen Vorschriften zu genügen. Mit diesen Treuhändern bestehen Vereinbarungen zur Sicherung der Rechte von Bertelsmann. Derartige Gestaltungen sind für Investitionen in China marktüblich und werden von den chinesischen Behörden seit vielen Jahren toleriert. Allerdings besteht ein gewisses Risiko, dass sie in China gerichtlich nicht durchgesetzt werden können, wenn die Volksrepublik China ihre Politik gegenüber Investitionen von Ausländern ändern und z. B. Offshore-Investitionen generell oder im Medienbereich die Anerkennung versagen sollte. Zudem ist nicht auszuschließen, dass bestehende Vorschriften von den chinesischen Behörden oder Gerichten künftig abweichend von der bisherigen Praxis interpretiert werden. Bei nachweislichen Rechtsverletzungen könnte Bertelsmann im Extremfall erheblichen Strafzahlungen oder dem Entzug von Geschäftslizenzen bis hin zur sofortigen Schließung von chinesischen Beteiligungen ausgesetzt sein. Dies betrifft Gesellschaften von Arvato und Gruner + Jahr sowie Investments von Bertelsmann Asia Investments (BAI). Ein derart hartes Vorgehen der chinesischen Behörden ist bislang allerdings nur in Ausnahmefällen bekannt geworden.

Abgesehen von den oben genannten Sachverhalten sind gegenwärtig keine weiteren für den Konzern wesentlichen rechtlichen und regulatorischen Risiken ersichtlich.

Finanzmarktrisiken

Als international tätiger Konzern ist Bertelsmann einer Reihe von Finanzmarktrisiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Zins- und Währungsrisiken. Diese Risiken werden im Wesentlichen zentral auf Basis einer durch den Vorstand festgelegten Richtlinie gesteuert. Derivative Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Bertelsmann setzt Währungsderivate insbesondere zur Sicherung von bilanzierten und zukünftigen Transaktionen ein, die einem Wechselkursrisiko unterliegen. Bei einigen festen Abnahmeverpflichtungen in Fremdwährung erfolgt bei Vertragsabschluss eine Teilsicherung, die fortlaufend erweitert wird. Eine Reihe von Tochtergesellschaften ist außerhalb des Euro-Währungsraums angesiedelt. Die Steuerung der sich hieraus ergebenden Translationsrisiken erfolgt auf Basis des Verhältnisses von wirtschaftlichen Schulden zu Operating EBITDA (Leverage Factor). Hierbei orientiert sich Bertelsmann langfristig an der für den Konzern definierten Höchstgrenze für den Leverage Factor. Translationsrisiken aus Nettoinvestitionen in ausländische Gesellschaften werden nicht abgesichert. Zinsderivate werden zur ausgewogenen Steuerung des Zinsänderungsrisikos zentral eingesetzt. Im Rahmen des Zinsmanagements wird das Cashflow-Risiko aus Zinsänderungen zentral überwacht und gesteuert. Dabei wird ein ausgewogenes Verhältnis verschiedener Zinsbindungen durch die Wahl entsprechender Fristigkeiten bei den originären liquiditätswirksamen Finanzaktiva und -passiva sowie fortlaufend durch den Einsatz von Zinsderivaten erzielt. Das Liquiditätsrisiko wird regelmäßig auf Basis der Planungsrechnung überwacht. Die bestehende syndizierte Kreditlinie sowie eine angemessene Liquiditätsvorsorge bilden einen ausreichenden Risikopuffer für ungeplante Auszahlungen. Kontrahentenrisiken bestehen im Konzern bei angelegten liquiden Mitteln sowie im Ausfall eines Kontrahenten bei Derivategeschäften. Geldgeschäfte und Finanzinstrumente werden grundsätzlich nur mit einem fest definierten Kreis von Banken einwandfreier Bonität abgeschlossen. Bestehende Risiken aus der Anlage liquider Mittel werden kontinuierlich beobachtet. Finanzanlagen sind grundsätzlich kurzfristig ausgerichtet, um das Anlagevolumen im Falle einer veränderten Bonitätseinschätzung reduzieren zu können (vgl. hierzu auch im Konzernanhang, Textziffer 25, die Ausführungen zum „Finanzrisikomanagement“).

Gesamtrisiko

Die Gesamtrisikoposition befindet sich auf Vorjahresniveau. Innerhalb der zehn größten Konzernrisiken, die zum Vorjahr unverändert geblieben sind, hat eine Relevanzverschiebung stattgefunden. Während Risiken, die aus den Änderungen im Marktumfeld resultieren, geringer eingeschätzt werden, hat sich der Stellenwert von Preis- und Margenrisiken erhöht. Die fortschreitende digitale Transformation der Geschäfte antizipiert den technologischen Wandel bereits vielfach, sodass sich die Risiken in diesem Zusammenhang zunehmend in anderen operativen Risiken, wie Preis- und Margenrisiken, widerspiegeln. Aufgrund der Diversifikation des Konzerns bestehen weder auf der Beschaffungs- noch auf der Absatzseite Klumpenrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Geschäftspartnern oder Produkten. Die finanzielle Ausstattung des Konzerns ist stabil, der Bedarf an liquiden Mitteln ist gegenwärtig durch vorhandene Liquidität und freie Kreditlinien gedeckt.

Im Geschäftsjahr 2014 waren für Bertelsmann keine bestandsgefährdenden Risiken festzustellen. Ebenso sind aus heutiger Sicht keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand des Konzerns zukünftig gefährden könnten.

Chancenmanagementsystem

Ein effizientes Chancenmanagementsystem ermöglicht Bertelsmann, den unternehmerischen Erfolg langfristig zu sichern und Potenziale optimal auszuschöpfen. Chancen sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für Bertelsmann positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Das Chancenmanagementsystem ist, wie auch das Risikomanagementsystem, ein integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse und Unternehmensentscheidungen.

Im Strategie- und Planungsprozess werden die wesentlichen Chancen jährlich vom Profit Center aufwärts ermittelt und anschließend stufenweise auf Divisions- und Konzernebene zusammengefasst. Durch die systematische Erhebung für mehrere Berichtsebenen können entstehende Chancen frühzeitig erkannt und genutzt werden. Darüber hinaus wird eine bereichsübergreifende Übersicht über die aktuellen Chancen von Bertelsmann geschaffen. Eine halbjährliche Nacherfassung maßgeblicher Änderungen der Chancen erfolgt auf Ebene der Unternehmensbereiche. Zudem wird das vorwiegend dezentrale Chancenmanagement durch zentrale Stellen im Konzern koordiniert, um Synergien durch zielgerichtete Kooperationen der einzelnen Bereiche zu heben. Der bereichsübergreifende Erfahrungsaustausch wird in regelmäßigen Treffen des Group Management Committee weiter gestärkt.

Chancen

Einerseits können den beschriebenen Risiken bei einer positiven Entwicklung entsprechende Chancen gegenüberstehen, und andererseits werden gewisse Risiken eingegangen, um Chancenpotenziale zu nutzen. Aus dieser Verknüpfung mit den wesentlichen Konzernrisiken ergeben sich für Bertelsmann strategische und operative, rechtliche und regulatorische sowie finanzwirtschaftliche Chancen.

Strategische Chancen können vorrangig aus den vier strategischen Stoßrichtungen des Konzerns abgeleitet werden. Die Stärkung der Kerngeschäfte, die digitale Transformation, der Aufbau von Wachstumsplattformen sowie die Expansion in Wachstumsregionen umfassen die wichtigsten langfristigen Wachstumschancen für Bertelsmann (siehe Abschnitt „Strategie“). Insbesondere durch die strategischen Portfolioerweiterungen entstehen allgemein Chancen zur Nutzung von Synergien. Neben der Möglichkeit einer günstigeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und den Potenzialen zur Effizienzsteigerung bestehen individuelle operative Chancen.

Wesentliche Chancen für die RTL Group sind eine besser als erwartet verlaufende Entwicklung des TV-Werbemarkts sowie steigende Zuschauer- und Werbemarktanteile. Darüber hinaus bieten sich in dem sich rasch wandelnden digitalen Umfeld Gelegenheiten durch die Fragmentierung der Medienlandschaft. Hochwertige Inhalte können auf zahlreichen Plattformen national und international vertrieben werden. Durch Verwertung der vorhandenen TV-Inhalte auf mehreren Plattformen sowie durch Erstellung eigener digitaler Inhalte könnten neue Einnahmequellen generiert werden. Mit der Ausweitung ihrer Präsenz im digitalen Raum könnte die RTL Group die Vermarktung der Onlinevideowerbung auf allen Wiedergabemedien und TV-Plattformen erhöhen und Bezahlmodelle im On-demand-Geschäft einführen. Vor diesem Hintergrund könnten neue Werbeumsätze durch das Angebot neuer interaktiver Werbeformen parallel zur linearen TV-Nutzung sowie eine effektivere zielgruppenspezifische Werbung im digitalen Umfeld entstehen. Als etablierter Content-Produzent mit globaler Präsenz könnte die RTL Group ihren digitalen Vertrieb durch Multichannel-Netzwerke und digitale Streaming-Plattformen weiter ausbauen.

Der Zusammenschluss von Penguin und Random House hat die Publikationsmöglichkeiten für Penguin Random House insgesamt erweitert. Mit einem größeren Marktanteil könnte die Verlagsgruppe ihre führende Marktposition weiter ausbauen und dadurch zusätzliche Ausnahmetalente als Autoren für sich gewinnen sowie mehr erfolgsträchtige Erstveröffentlichungen herausgeben. Als weltweit größte Publikumsverlagsgruppe hat Penguin Random House zudem Möglichkeiten, erheblich mehr zu investieren als seine Wettbewerber. Vor allem in neu entstehenden und mehrsprachigen Märkten könnte die Gruppe eine steigende Nachfrage nutzen und ihre Produkte einer möglichst großen Leserschaft anbieten. Die zunehmende Digitalisierung der Buchmärkte bietet Möglichkeiten für die Entwicklung neuer Produkte und die Nutzung effizienterer Vertriebskanäle. Die Entwicklung neuer Produkte und die Erweiterung bestehender Angebote könnte Bücher für ein breiteres Publikum attraktiv werden lassen. Ferner könnte der Aufbau von Autorennetzwerken und -tools diese dabei unterstützen, einen intensiveren Kontakt zu ihren Lesern zu pflegen.

Für Gruner + Jahr bestehen wesentliche Chancen in einer besseren Entwicklung der Anzeigen- und Vertriebsmärkte als erwartet. Darüber hinaus ergeben sich Chancen aus der eingeleiteten Transformation vom Zeitschriften- zum Inhaltehaus. Die neue Struktur von G+J Deutschland verzahnt die Print- und Digitalgeschäfte und erlaubt es, Produktinnovationen schneller und effizienter umzusetzen. Neben dem Ausbau und der Weiterentwicklung der bestehenden Medienmarken entstehen Wachstumschancen vor allem im Auf- und Ausbau von Digitalaktivitäten. Die Entwicklung digitaler Formate wie Websites, E-Mags und Apps stellt zusätzliche Erlösquellen für Gruner + Jahr dar. Ebenso bestehen im Kontext der Inhalteangebote Chancen, weitere Zusatzgeschäfte wie Commerce und Paid Services zu generieren. In der Vermarktung könnte G+J durch die Konzeption maßgeschneiderter Werbeformen in den Medienkanälen Online, Mobile und Video neue Kunden gewinnen. Auch die Entwicklung neuer Sonderwerbeformate sowie die Realisierung integrierter Kampagnen könnten das Potenzial zur Neukundengewinnung erhöhen.

Die neu eingeführte Organisationsstruktur von Arvato in Form einer Matrix ermöglicht es, Wachstumspotenziale besser zu nutzen. Durch eine klare Unterteilung nach Solution Groups bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Länderdimension sowie durch die Einrichtung eines zentralen Key-Account-Management werden Flexibilität, Innovationskraft, internationale Präsenz und lokale Expertise von Arvato zukünftig gestärkt. Auf diese Weise kann schnell und flexibel auf Kundenwünsche und Markttrends reagiert werden. Geschäftschancen können sich insbesondere in den Geschäftsfeldern Financial Solutions und E-Commerce sowie in den Wachstumsregionen – vorwiegend in China – ergeben. Durch die fortschreitende Digitalisierung wird der weltweite E-Commerce-Markt in den kommenden Jahren dynamisch weiterwachsen. Arvato könnte an diesem Wachstum insbesondere durch die Dienstleistungen der Solution Groups SCM und Financial Solutions überdurchschnittlich partizipieren. Eine weitere Wachstumschance aus der digitalen Transformation liegt in der Betreuung von Kunden mit CRMLösungen über multiple digitale Interaktionskanäle entlang des gesamten Konsumentenlebenszyklus. Durch die Bildung globaler Solution Groups können sich zusätzliche Chancen der Neukundengewinnung insbesondere bei international agierenden Großkunden ergeben.

Die Druckgeschäfte von Be Printers könnten durch zusätzliche Volumina von Bestands- und Neukunden weniger stark zurückgehen. Darüber hinaus ergeben sich Chancen aus der gezielten Bedienung weiterhin wachsender Marktsegmente. Ferner könnte es zu einer weiteren Konsolidierung des Druckmarkts kommen, die eine zusätzliche Stärkung der Marktposition von Be Printers zur Folge haben könnte.

Im Bereich Corporate Investments ergeben sich Chancen für BMG durch mögliche Übernahmen von Musikkatalogen und weitere Künstlersignings. Langfristig ist die Etablierung des Bereichs Bildung als dritte Säule des Bertelsmann-Portfolios neben Medien und Dienstleistungen geplant. Durch den Eintritt in die Geschäftsfelder E-Learning, medizinische Ausbildung und Bildungsdienstleistungen ergeben sich Möglichkeiten in nachhaltig stark wachsenden Märkten. Der 2014 übernommene US-Onlinebildungsanbieter Relias Learning bietet Potenzial für zusätzliches organisches Wachstum durch die Ausweitung der Geschäftstätigkeit in angrenzende Marktsegmente. Für die Fondsaktivitäten ergibt sich grundsätzlich die Chance, aufgrund steigender Marktbewertungen höhere Gewinne zu realisieren als erwartet. Bei den Club- und Direktmarketinggeschäften könnten sich geringere Restrukturierungskosten positiv auf den Geschäftsverlauf auswirken.

Zusätzliche Chancenpotenziale für die einzelnen Unternehmensbereiche bieten die vorhandenen Innovationsbemühungen, die im Abschnitt „Innovationen“ dargestellt sind.

Weitere Chancen können durch Änderungen der rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen entstehen.

Die finanzwirtschaftlichen Chancen beziehen sich weitgehend auf eine für Bertelsmann vorteilhafte Entwicklung der Zinsen und Wechselkurse.