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RTL Group

Europas führender Unterhaltungskonzern verzeichnete im ersten Halbjahr eine insgesamt positive Geschäftsentwicklung. Der Umsatz der RTL Group erhöhte sich um 3,8 Prozent auf 2,8 Mrd. € (H1 2014: 2,7 Mrd. €), insbesondere bedingt durch das Wachstum der deutschen TV-Aktivitäten, den Ausbau der internationalen Digitalgeschäfte sowie positive Währungseffekte. Durch deutlich höhere Ergebnisbeiträge der Mediengruppe RTL Deutschland sowie von RTL Hungary stieg das Operating EBITDA um 2,3 Prozent auf 626 Mio. € (H1 2014: 612 Mio. €). Die Ergebnisentwicklung in Ungarn enthält einen positiven Effekt aus der teilweisen Rückforderung der 2014 gezahlten Steuer auf Werbeeinnahmen.

Die europäischen TV-Werbemärkte wiesen im Berichtszeitraum ein gemischtes Bild auf; die TV-Senderfamilien der RTL Group entwickelten sich überwiegend besser als der jeweilige Markt. In den Zuschauermärkten behauptete die RTL Group ihre führenden Positionen in den Kernländern weitgehend. Der Zuschauermarktanteil der Mediengruppe RTL Deutschland ging in der Hauptzielgruppe leicht zurück; RTL Television blieb jedoch die deutliche Nummer 1 bei den 14- bis 59-Jährigen. In Frankreich verzeichnete der Hauptsender M6 leicht rückläufige Zuschauermarktanteile, der Digitalsender 6ter entwickelte sich dagegen weiterhin positiv. Die niederländische Senderfamilie um den Hauptsender RTL 4 konnte ihren Zuschauermarktanteil in der Primetime steigern.

Die Produktionstochter Fremantle Media erzielte im ersten Halbjahr einen leichten Umsatzanstieg, der insbesondere auf positive Wechselkurseffekte zurückzuführen ist. Das operative Ergebnis war vor allem aufgrund geringerer Ergebnisbeiträge aus Deutschland sowie aus dem Format „American Idol“ rückläufig.

Im Digitalbereich verzeichnete die RTL Group dank ihrer Onlineplattformen, Mobil-Applikationen und YouTube-Aktivitäten ein weiterhin dynamisches Wachstum. Die Anzahl der gesamten Onlinevideoabrufe erreichte 42,5 Milliarden – ein Zuwachs von 171 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014. Die Unternehmen des im Juni gegründeten RTL Digital Hub – BroadbandTV, StyleHaul und SpotXchange – steigerten ihre Umsätze jeweils deutlich um hohe zweistellige Wachstumsraten.

Penguin Random House

Penguin Random House verzeichnete ein starkes erstes Halbjahr 2015, das von einer Vielzahl an Bestsellern geprägt war. Die Integration von Strukturen, Prozessen und Funktionen der zum 1. Juli 2013 zusammengeführten Geschäfte von Penguin und Random House schritt weiter planmäßig voran. Bertelsmann hält 53 Prozent an der weltweit führenden Publikumsverlagsgruppe, Pearson 47 Prozent der Anteile.

Unter Berücksichtigung der vollständig von Bertelsmann gehaltenen Verlagsgruppe Random House in Deutschland erreichte die Buchgruppe im Berichtszeitraum einen Umsatz von 1,7 Mrd. € (H1 2014: 1,5 Mrd. €). Dies entspricht einem Anstieg um 16,2 Prozent und ist auf positive Wechselkurseffekte zurückzuführen. Das Operating EBITDA erreichte 207 Mio. € und lag damit um 30,2 Prozent über dem Vorjahreswert (H1 2014: 159 Mio. €). Mit weltweit mehr als 4,5 Millionen verkauften Exemplaren war dabei Paula Hawkins’ Debütroman „The Girl on The Train“ das am stärksten nachgefragte Buch. „Grey“, der neue Roman von E. L. James aus der Reihe „Fifty Shades“, verkaufte sich in den USA und Großbritannien schneller als je ein Taschenbuch zuvor; bereits in den ersten beiden Wochen nach Veröffentlichung wurden mehr als 3,5 Millionen Exemplare abgesetzt.

In den USA platzierte Penguin Random House im ersten Halbjahr des laufenden Jahres 306 Titel auf den Bestsellerlisten der „New York Times“, davon 38 auf Platz eins. Neben „The Girl on The Train“ und „Grey“ waren zahlreiche Kinder- und Jugendbücher erfolgreich, darunter „Paper Towns“ und weitere Titel von John Green, „Wonder“ von R. J. Palacio sowie Bücher von Dr. Seuss, B. J. Novak und James Dashner.

In Großbritannien stammten 38 Prozent der Titel auf der „Sunday Times“-Bestsellerliste von Penguin Random House. Das meistverkaufte Buch der britischen Verlagsgruppe war „Grey“, großen Erfolg verzeichneten auch „To Kill a Mockingbird“ von Harper Lee und „Diary of a Wimpy Kid: The Long Haul“ von Jeff Kinney.

Bei Penguin Random House Grupo Editorial konnten ein guter Geschäftsverlauf in Lateinamerika sowie zweistellige Wachstumsraten bei E-Book-Verkäufen die anhaltend herausfordernde Buchkonjunktur in Spanien mehr als ausgleichen. Bei der Integration der im Vorjahr übernommenen spanisch- und portugiesischsprachigen Verlagsaktivitäten von Santillana Ediciones Generales wurden signifikante Fortschritte erzielt.

Die Verlagsgruppe Random House verzeichnete in Deutschland ein nahezu stabiles erstes Halbjahr 2015 und platzierte 212 Titel auf den „Spiegel“-Bestsellerlisten.

Darüber hinaus investierten alle Bereiche von Penguin Random House gezielt in die Steigerung der Reichweite ihrer digitalen Inhalte durch digitales Marketing und eine Vielzahl ergänzender Kanäle, Plattformen und Partnerschaften.

Zahlreiche Titel der Gruppe gewannen renommierte Literaturpreise, darunter den Pulitzer-Preis für Biografie für „The Pope and Mussolini“ von David I. Kertzer.

Gruner + Jahr

Gruner + Jahr setzte im Berichtszeitraum seine strategische Transformation fort. Bedingt durch Veräußerungen im Vorjahreszeitraum – etwa des Druckgeschäfts Brown Printing in den USA und des Verlags Entertainment Media in Deutschland – sowie die allgemeine Entwicklung im Anzeigenmarkt erzielte G+J im ersten Halbjahr 2015 einen um -17,2 Prozent verringerten Umsatz von 752 Mio. € (H1 2014: 908 Mio. €). In den Kernmärkten Deutschland und Frankreich legten die Umsätze der Digitalaktivitäten von Gruner + Jahr hingegen weiter zu. In Folge der insgesamt sinkenden Umsatzerlöse sowie anhaltend hoher Aufwendungen für die digitale Transformation ging das Operating EBITDA um -28,6 Prozent auf 55 Mio. € (H1 2014: 77 Mio. €) zurück.

G+J Deutschland verzeichnete vor dem Hintergrund geringerer Anzeigenerlöse im Print-Bereich sowie portfoliobedingt einen Umsatzrückgang. Die Vertriebserlöse entwickelten sich dagegen positiv, ebenso das Digitalgeschäft. G+J investierte sowohl in die Erweiterung seines Zeitschriften-Portfolios („Walden“, „Stern Crime“, „National Geographic Traveler“) als auch in digitale Aktivitäten. So erwarb das Unternehmen den auf Geschenkideen spezialisierten E-Commerce-Anbieter Danato, übernahm die Food-Plattform Delinero vollständig und stellte Investitionsmittel sowie Medialeistung im Volumen von 50 Mio. € bereit, um künftig in Start-ups zu investieren. G+J schloss außerdem eine exklusive strategische Partnerschaft mit dem niederländischen Start-up Blendle zur Entwicklung neuer mobiler Produkte für innovative Publishing-Möglichkeiten. Die Motor Presse Stuttgart konnte ihr Ergebnis durch Kostenmaßnahmen verbessern; zusätzlich liegen die Anzeigenerlöse in Deutschland über Vorjahr. Das Dresdner Druck- und Verlagshaus verzeichnete dank gut laufender Anzeigengeschäfte und erfolgreicher Zusatzgeschäfte wie Reisen und Messen einen höheren Umsatz; das Ergebnis ging aber zurück.

Die internationalen Geschäfte entwickelten sich in Summe rückläufig: Die Aktivitäten in Österreich, Spanien und China blieben in Umsatz und Ergebnis – auch bedingt durch Änderungen des Konsolidierungskreises – unter Vorjahr. In Frankreich gelang es G+J, den Umsatz stabil zu halten.

Der Digitalbereich von Prisma Media in Frankreich verzeichnete deutliches Wachstum, getrieben auch durch die erfolgreiche Geschäftsentwicklung des Videovermarkters Advideum. Durch den Erwerb des Softwareanbieters Recatch baute G+J seine digitalen Aktivitäten weiter aus. Aus dem italienischen Markt zog sich G+J aufgrund mangelnder strategischer Perspektiven zum 1. Juli 2015 durch Verkauf des 50-prozentigen Anteils am Joint Venture Gruner + Jahr / Mondadori zurück.

Arvato

Arvato steigerte sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis: Der Umsatz des international tätigen Dienstleisters erhöhte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 3,7 Prozent auf 2,3 Mrd. € (H1 2014: 2,2 Mrd. €), das Operating EBITDA stieg um 5,6 Prozent auf 171 Mio. € (H1 2014: 162 Mio. €).

Die bei Arvato Financial Solutions gebündelten Finanzdienstleistungsgeschäfte wuchsen im Berichtszeitraum profitabel. Gestützt wurde dies vor allem durch eine positive Geschäftsentwicklung in den skandinavischen und deutschsprachigen Ländern. Durch die zum 1. Juni 2015 vollzogene 40-prozentige Beteiligung am brasilianischen Finanzdienstleister Intervalor gelang zudem der Einstieg in den lateinamerikanischen Markt für Finanzdienstleistungen.

Auch die Dienstleistungsgeschäfte im Bereich Arvato CRM trugen infolge höherer Volumina mit Bestandskunden und einer verbesserten Kostenstruktur zum Umsatz- und Ergebnisanstieg bei. Neben der klassischen Kundenberatung am Telefon lag der Fokus vor allem auf dem Ausbau von digitalen Kommunikationskanälen und Selfservice-Lösungen, bei denen Kunden eigenständig Rat und Unterstützung einholen können.

Die Logistikdienstleistungsgeschäfte im Bereich Arvato SCM konnten national und international bestehende Kundenbeziehungen ausbauen und Projekte mit neuen Auftraggebern implementieren; Umsatz und Ergebnis entwickelten sich stabil.

Der IT-Dienstleister Arvato Systems verzeichnete eine konstant hohe Nachfrage nach Lösungen rund um die Themenfelder Anwendungsentwicklung und Systemintegration. Der Umsatz verbesserte sich, die Ergebnisentwicklung wurde durch Anlaufverluste für ein Großprojekt belastet. Die Druckgeschäfte von Arvato entwickelten sich im ersten Halbjahr nahezu stabil. Vor allem Europas führende Offsetdruckerei Mohn Media konnte ihr Geschäft durch den Gewinn zweier großer Zeitschriften-Aufträge weiter ausbauen. Produktionskapazitäten und das Service-Angebot wurden erweitert. In der Speichermedienreplikation setzte sich dagegen der Umsatzrückgang wie erwartet fort.

Be Printers

Die im Bereich Be Printers gebündelten europäischen Tiefdruckaktivitäten und internationalen Offset- und Digitaldruckereien von Bertelsmann erzielten einen um -24,9 Prozent verringerten Umsatz von 362 Mio. € (H1 2014: 482 Mio. €). Neben der Veräußerung des italienischen Druckgeschäfts zum 30. September 2014 sowie der spanischen Druckaktivitäten zum 30. April 2015 resultiert der Rückgang auch aus sinkenden Druckauflagen und anhaltendem Preisdruck im Markt. Das Operating EBITDA halbierte sich auf 12 Mio. € nach 25 Mio. € im Vergleichszeitraum.

Der europäische Tiefdrucker Prinovis erweiterte mit der Inbetriebnahme zweier Offsetdruckmaschinen am Standort Dresden seine Angebotspalette in Richtung kleinerer Auflagen, zusätzlicher Formate und kurzfristigerer Zeitpläne. Zudem konnte das Unternehmen mehrere Druckverträge mit Großkunden verlängern. Aufgrund insgesamt niedrigerer Auftragsvolumina verbuchte Prinovis gegenüber dem Vorjahr jedoch deutliche Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis.

Die US-Druckereien von Be Printers profitierten von einer stabilen Auftragslage im Buchdruck und konnten ihre Umsätze auch durch die Ausweitung des Geschäfts mit innovativen Printprodukten für andere Branchen steigern.

Im Berichtszeitraum trieb Be Printers außerdem die Fokussierung der Geschäfte auf die Kernmärkte des Unternehmens weiter voran: Ende April 2015 veräußerte das Unternehmen die zwei spanischen Druckereien Rotocobrhi in Madrid und Eurohueco in Barcelona an den britischen Druckinvestor Walstead Capital.

Corporate Investments/Corporate Center

Die Corporate Investments entwickelten sich im ersten Halbjahr 2015 in Summe deutlich positiv: Der Umsatz erhöhte sich um 17,3 Prozent auf 298 Mio. € (H1 2014: 254 Mio. €) und das Operating EBITDA um 31,6 Prozent auf 25 Mio. € (H1 2014: 19 Mio. €). Dazu trugen die fortgesetzte Expansion des Musikunternehmens BMG sowie umsatzseitig der Ausbau des Bildungsgeschäfts bei.

BMG baute sein integriertes Publishing- und Recording-Geschäft aus und ergänzte als dritte Säule das Management audiovisueller Rechte. Das Unternehmen erwarb das auf die Musikrichtungen Rock und Metal spezialisierte Label Rise Records, die Verse Music Group und den Buddy-Holly-Katalog in den USA, außerdem die Verlage Minder Music in Großbritannien und Tipping Music in Frankreich. Mit Dave Stewart, Janet Jackson und Marco Mengoni kamen namhafte Künstler neu zu BMG. In China schloss BMG einen umfassenden Distributionsvertrag mit der Digitalsparte des Internetkonzerns Alibaba.

Im Bildungsbereich investierte Bertelsmann Anfang des Jahres in die Alliant International University mit Standorten in den USA, Mexiko und Asien, um sukzessiv ein Hochschulnetzwerk in den Bereichen Medizin und Humanwissenschaften aufzubauen. In Brasilien stieg das Unternehmen beim Weiterbildungsmarktführer Affero Lab ein; in den USA wurde die Beteiligung an dem Hochschuldienstleister Synergis Education aufgestockt.

Der Investmentfonds BDMI, der sich an Digitalfirmen vor allem in den USA beteiligt, und der auf zukunftsträchtige Firmen in China spezialisierte Fonds BAI erwarben mehrere neue Beteiligungen. In Brasilien legte Bertelsmann gemeinsam mit Bozano Investimentos einen neuen Fonds auf, der sich auf wachstumsstarke Bildungsunternehmen fokussiert. In Indien wurde die Beteiligung an Pepperfry, dem führenden Onlinemarktplatz für Möbel, ausgebaut.

Beim Club Bertelsmann schlossen im März 2015 die letzten Filialen. Zum Jahresende soll das Clubgeschäft im deutschsprachigen Raum ganz eingestellt werden.

Das Corporate Center unterstützte die Umsetzung der Konzernstrategie in den Wachstumsregionen und Wachstumsplattformen von Bertelsmann. Zudem wurde zusammen mit den Unternehmensbereichen das mehrjährige Programm Operational Excellence vorangetrieben, um geschäftsunterstützende Prozesse in den Bereichen Personal, Finanzen/Buchhaltung, IT und Einkauf zu optimieren. Vereinbart wurde u. a. der Aufbau eines weltweiten Netzwerkes von Accounting Shared Services Centern.