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Bilanzierungsgrundlagen

Der Halbjahresfinanzbericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA wurde unter Beachtung von § 37w WpHG aufgestellt und einer prüferischen Durchsicht durch den Konzernabschlussprüfer unterzogen. Er entspricht den International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie diesbezüglichen Interpretationen (IFRIC) des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind (EU-IFRS), und enthält einen in Übereinstimmung mit IAS 34 Zwischenberichterstattung erstellten verkürzten Konzern-Zwischenabschluss einschließlich ausgewählter erläuternder Anhangangaben. Bei der Aufstellung wurden – mit Ausnahme der im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendeten Rechnungslegungsvorschriften – grundsätzlich die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 angewendet. Eine detaillierte Beschreibung dieser Methoden sowie der ab 2015 anzuwendenden neuen bzw. überarbeiteten Rechnungslegungsstandards und Interpretationen ist im Anhang des Konzernabschlusses im Geschäftsbericht für das Jahr 2014 veröffentlicht.

Zum 30. Juni 2015 fanden die folgenden Rechnungslegungsvorschriften erstmals Anwendung:

  • IFRIC 21 Abgaben
  • Verbesserungen der IFRS 2011–2013 (veröffentlicht im Dezember 2013)

Die Effekte aus der Erstanwendung sind für den Bertelsmann-Konzern unwesentlich. Weitere veröffentlichte, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards, Interpretationen oder Änderungen hat der Bertelsmann-Konzern nicht vorzeitig umgesetzt.

Konsolidierungskreis

Neben der Bertelsmann SE & Co. KGaA werden in den verkürzten Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2015 alle wesentlichen Tochterunternehmen, über die die Bertelsmann SE & Co. KGaA die Beherrschung im Sinne des IFRS 10 ausüben kann, voll einbezogen. Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode gemäß IAS 28 bilanziert. Der Konsolidierungskreis einschließlich der Bertelsmann SE & Co. KGaA umfasst zum 30. Juni 2015 insgesamt 964 (31. Dezember 2014: 955) Unternehmen mit 45 Zugängen und 36 Abgängen im ersten Halbjahr 2015. Darin enthalten sind 900 (31. Dezember 2014: 896) vollkonsolidierte Unternehmen, davon 771 (31. Dezember 2014: 771) 100-Prozent-Tochterunternehmen. Zusätzlich werden 28 (31. Dezember 2014: 29) Gemeinschaftsunternehmen und 36 (31. Dezember 2014: 30) assoziierte Unternehmen unter Anwendung der Equity-Methode im Konzernabschluss bilanziert. Nicht konsolidiert werden 229 (31. Dezember 2014: 240) Unternehmen ohne nennenswerten Geschäftsbetrieb und mit einer insgesamt untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bertelsmann-Konzerns.

Akquisitionen und Desinvestitionen

Im ersten Halbjahr 2015 tätigte der Konzern mehrere Akquisitionen, die für sich genommen nicht wesentlich waren. In Summe sind auch die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung. Nach Abzug erworbener liquider Mittel wurden für die Akquisitionen Zahlungen in Höhe von 73 Mio. € geleistet. Die übertragene Gegenleistung im Sinne von IFRS 3 belief sich auf insgesamt 73 Mio. €. Aus den Akquisitionen entstanden zum Teil steuerlich nicht abzugsfähige Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 56 Mio. €, die Synergiepotenziale widerspiegeln. Die mit den Erwerben verbundenen Aufwendungen betrugen 3 Mio. €.

Die beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte und Schulden der Akquisitionen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung auf Basis der derzeit noch vorläufigen Kaufpreisallokationen können der folgenden Tabelle entnommen werden:

Auswirkungen der Akquisitionen  

in Mio. €Gesamt
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte56
Sonstige immaterielle Vermögenswerte37
Sachanlagen7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen5
Sonstige langfristige Vermögenswerte11
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen6
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte3
Liquide Mittel20
 
Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Finanzschulden14
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten57
 
Gewinne aus Unternehmenserwerben
Nicht beherrschende Anteile-1

Die gesamten Neuerwerbe im Rahmen des IFRS 3 trugen seit der Erstkonsolidierung 33 Mio. € zum Umsatz und -2 Mio. € zum Konzernergebnis bei. Bei Einbeziehung dieser Neuerwerbe ab dem 1. Januar 2015 hätten sie 40 Mio. € zum Umsatz und ‑8 Mio. € zum Konzernergebnis beigetragen.

Die Kaufpreisallokationen der Unternehmenszusammenschlüsse SpotXchange und StyleHaul aus dem Jahr 2014 wurden im Berichtsjahr finalisiert. Die geringfügig angepassten, finalen beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte und Schulden zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung können der folgenden Tabelle entnommen werden:

in Mio. €SpotXchangeStyleHaul
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte9999
Sonstige immaterielle Vermögenswerte104
Sachanlagen3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Sonstige langfristige Vermögenswerte512
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen325
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
Liquide Mittel41
 
Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Finanzschulden24
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten295
 
Nicht beherrschende Anteile-5

Aus den getätigten Desinvestitionen im ersten Halbjahr 2015 erzielte der Konzern nach Berücksichtigung abgehender liquider Mittel Zahlungsströme in Höhe von -5 Mio. €.

Die Desinvestitionen haben zu einem Ertrag aus Endkonsoliderung von 1 Mio. € geführt, der im Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen ausgewiesen wurde.

Auswirkungen der Desinvestitionen  

in Mio. €Gesamt
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte2
Sonstige immaterielle Vermögenswerte14
Sachanlagen16
Sonstige langfristige Vermögenswerte1
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte8
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte67
Liquide Mittel14
 
Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen2
Finanzschulden7
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten44

Währungsumrechnung

Für die aus der Sicht des Bertelsmann-Konzerns wichtigsten Fremdwährungen wurden für Zwecke der Währungsumrechnung folgende Euro-Wechselkurse zugrunde gelegt:

  DurchschnittskurseStichtagskurse
Fremdwährung für 1 € 1. Halbjahr 20151. Halbjahr 201430.6.201531.12.201430.6.2014
Australischer DollarAUD1,42581,49871,45501,48291,4537
Kanadischer DollarCAD1,37681,50321,38391,40631,4589
Chinesischer RenminbiCNY6,93788,45366,93667,53588,4722
Britisches PfundGBP0,73240,82140,71140,77890,8015
US-DollarUSD1,11521,37071,11891,21411,3658

Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Die Prinzipien und Methoden zur Bewertung zu beizulegenden Zeitwerten sind gegenüber dem Vorjahr unverändert. Hinsichtlich der Erläuterungen und zusätzlichen Angaben zu den Finanzinstrumenten wird auf den Anhang des Konzernabschlusses im Geschäftsbericht für das Jahr 2014 verwiesen. Im Nachfolgenden werden nur solche Angaben zu Finanzinstrumenten erläutert, die für das Verständnis der Veränderungen, die seit dem Ende des letzten Geschäftsjahres bei der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erfolgten, wesentlich sind.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten wird folgende Hierarchie verwendet.

Stufe 1:
Der beizulegende Zeitwert der bestehenden Finanzinstrumente wird auf Basis von Börsennotierungen zum Bilanzstichtag ermittelt.

Stufe 2:
Für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von nicht börsennotierten Derivaten verwendet Bertelsmann verschiedene finanzwirtschaftliche Methoden, die den zu den jeweiligen Bilanzstichtagen herrschenden Marktbedingungen und Risiken Rechnung tragen. Unabhängig von der Art des Finanzinstruments werden zukünftige Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven auf den Bilanzstichtag diskontiert.
Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wird auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassamittelkurse unter Berücksichtigung der Terminabschläge und -aufschläge für die jeweilige Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wird auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften wird von zum Bilanzstichtag veröffentlichten Börsennotierungen abgeleitet. Eventuell bestehende Inkongruenzen zu den standardisierten Börsenkontrakten werden durch Interpolation bzw. Hinzurechnungen berücksichtigt.

Stufe 3:
Sofern keine beobachtbaren Marktdaten vorliegen, erfolgt die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte überwiegend auf Basis von Cashflow-basierten Bewertungsverfahren.

Die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nach Stufe 2 und Stufe 3 erfordert bestimmte Annahmen des Managements bezüglich der Inputparameter des Modells einschließlich Cashflows, Abzinsungssatz und Ausfallrisiko. Im ersten Halbjahr 2015 sind keine Umgliederungen zwischen den Stufen 1, 2 und 3 erfolgt.

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzderivaten wird das Wahlrecht nach IFRS 13.48 (Nettorisikobetrachtung) genutzt. Für die Ermittlung des Kreditrisikos aus Finanzderivaten wird die jeweilige Nettoposition der beizulegenden Zeitwerte mit den Vertragspartnern zugrunde gelegt, da diese hinsichtlich ihrer Markt- oder Kreditausfallrisiken auf Basis einer Nettoposition gesteuert werden.

Innerhalb der finanziellen Vermögenswerte werden Beteiligungen an verbundenen Unternehmen und sonstige Beteiligungen, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind, in Höhe von 243 Mio. € (31. Dezember 2014: 221 Mio. €) zu Anschaffungskosten bewertet. Die Bewertung zu Anschaffungskosten wird vorgenommen, da diese finanziellen Vermögenswerte über keine Preisnotierung auf einem aktiven Markt verfügen und eine verlässliche Schätzung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist. Es ist nicht geplant, von den zum 30. Juni 2015 ausgewiesenen zur Veräußerung verfügbaren sonstigen Beteiligungen wesentliche Anteile in naher Zukunft zu veräußern. Im ersten Halbjahr 2015 wurden keine wesentlichen zu Anschaffungskosten bewerteten Anteile veräußert.

Der Marktwert der Genussscheine 2001 betrug bei einem Schlusskurs von 300,1 Prozent am letzten Handelstag des ersten Halbjahres 2015 an der Frankfurter Wertpapierbörse 853 Mio. € (31. Dezember 2014: 856 Mio. € bei einem Kurs von 301,0 Prozent) und entsprechend 28 Mio. € bei den Genussscheinen 1992 bei einem Kurs von 164,0 Prozent (31. Dezember 2014: 34 Mio. € bei einem Kurs von 200,0 Prozent). Die Marktwerte sind der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen.

Im April 2015 hat die Bertelsmann SE & Co. KGaA zwei nachrangige Hybridanleihen im Volumen von insgesamt 1.250 Mio. € begeben. Eine Anleihe mit einem Nominalvolumen von 650 Mio. € hat eine Laufzeit von 60 Jahren und ist mit einem Kupon von 3,0 Prozent für die ersten acht Jahre ausgestattet. Danach wird die Verzinsung alle fünf Jahre auf Basis des fünfjährigen Swapsatzes neu festgesetzt. Diese Anleihe kann erstmals im Jahr 2023 durch Bertelsmann gekündigt und zum Nominalwert zurückgezahlt werden. Die zweite Anleihe mit einem Nominalvolumen von 600 Mio. € hat ebenfalls eine Laufzeit von 60 Jahren und ist mit einem Kupon von 3,5 Prozent für die ersten zwölf Jahre ausgestattet. Die Verzinsung wird danach alle fünf Jahre auf Basis des fünfjährigen Swapsatzes neu festgelegt. Diese Anleihe ist erstmals im Jahr 2027 durch Bertelsmann kündbar und kann zum Nominalwert zurückgezahlt werden. Für beide Anleihen ist eine Thesaurierung der Zinsen in Abhängigkeit einer Dividendenzahlung an die Eigentümer der Bertelsmann SE & Co. KGaA möglich.

Zum 30. Juni 2015 betrug der kumulierte Marktwert der börsennotierten Anleihen 3.747 Mio. € (31. Dezember 2014: 2.635 Mio. €) bei einem Nominalvolumen von 3.716 Mio. € (31. Dezember 2014: 2.466 Mio. €) und einem Buchwert von 3.694 Mio. € (31. Dezember 2014: 2.452 Mio. €). Die Börsenkurse sind der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Zum 30. Juni 2015 betrug der gesamte Buchwert der Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen 258 Mio. € (31. Dezember 2014: 258 Mio. €) und der gesamte Marktwert belief sich auf 288 Mio. € (31. Dezember 2014: 297 Mio. €). Bei Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen erfolgt die Ermittlung des Marktwerts anhand finanzmathematischer Verfahren auf Basis von Zinskurven, die um die Kreditmarge des Konzerns angepasst werden. Die dabei berücksichtigte Kreditmarge resultiert aus der am jeweiligen Stichtag gültigen Marktquotierung für Credit Default Swaps. Der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte liegen Diskontierungssätze von 0,10 Prozent bis 2,24 Prozent zugrunde. Die beizulegenden Zeitwerte der Privatplatzierungen und der Schuldscheindarlehen sind der Stufe 2 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Für alle übrigen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden stellt deren Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte nach Bewertungskategorien  

in Mio. €Stufe 1:
notierte Preise von
aktiven Märkten
Stufe 2:
beobachtbare
Marktdaten
Stufe 3:
nicht beobachtbare
Marktdaten
Summe
30.6.2015
Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte Vermögenswerte99
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte1113244
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte4545
Derivate mit Hedge-Beziehung7575
1113032173

Finanzielle Vermögenswerte der Bewertungsstufe 3  

in Mio. €Beim erstmaligen
Ansatz als
erfolgswirksam
zum beizulegenden
Zeitwert
klassifizierte Vermögenswerte
Zur Veräußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögenswerte
Zu Handelszwecken
gehaltene
originäre
und derivative
finanzielle
Vermögenswerte
Derivate mit
Hedge-Beziehung
Summe
Stand 1.1.20153434
Gesamter Gewinn bzw. Verlust-2-2
– in Gewinn- und Verlustrechnung
– im sonstigen Ergebnis-2-2
Umgliederungen aus „Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen"
Erwerbe
Emissionen
Veräußerung/Tilgung
Umgliederungen aus/in Stufe 3
Stand 30.6.20153232
Gewinn (+) bzw. Verlust (-) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Vermögenswerten

Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien  

in Mio. €Stufe 1:
notierte Preise von
aktiven Märkten
Stufe 2:
beobachtbare
Marktdaten
Stufe 3:
nicht beobachtbare
Marktdaten
Summe 30.6.2015
Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte Verbindlichkeiten2929
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Verbindlichkeiten4747
Derivate mit Hedge-Beziehung1414
612990

Finanzielle Verbindlichkeiten der Bewertungsstufe 3  

in Mio. €Beim erstmaligen
Ansatz als
erfolgswirksam
zum beizulegenden
Zeitwert
klassifizierte Vermögenswerte
Zu Handelszwecken
gehaltene
originäre
und derivative
finanzielle
Vermögenswerte
Derivate mit
Hedge-Beziehung
Summe
Stand 1.1.20154343
Gesamter Gewinn bzw. Verlust
– in Gewinn- und Verlustrechnung11
– im sonstigen Ergebnis-1-1
Erwerbe
Emissionen
Tilgungen-14-14
Umgliederungen aus/in Stufe 3
Stand 30.6.20152929
Gewinn (+) bzw. Verlust (-) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Verbindlichkeiten11

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Steueraufwand für das erste Halbjahr 2015 wurde gemäß IAS 34 auf Basis des durchschnittlichen jährlichen Steuersatzes ermittelt, der für das gesamte Jahr 2015 erwartet wird und auf Basis aktueller Einschätzungen des Bertelsmann Managements 34,6 Prozent beträgt. Darüber hinaus wurden periodenfremde tatsächliche und latente Steuern erfasst, so dass sich eine geringere Steuerquote in der Gewinn- und Verlustrechnung ergab.

Sonstige Angaben

Aufgrund der saisonalen Einflüsse auf die Unternehmensbereiche werden im zweiten Halbjahr tendenziell höhere Umsatzerlöse und ein höheres operatives Ergebnis als im ersten Halbjahr erwartet. Die höheren Umsätze im zweiten Halbjahr sind auf die steigende Nachfrage während des Weihnachtsgeschäfts, insbesondere in den werbegetriebenen Geschäften, sowie auf die kundenorientierten Dienstleistungen bei Arvato zurückzuführen.

Aufgrund des weiter anhaltenden Drucks auf das Produktions- und Vertriebsgeschäft infolge rückläufiger Mengen und Preise wurde die unternehmensinterne Planung für die zur RTL Group gehörende zahlungsmittelgenerierende Einheit Fremantle Media unter Berücksichtigung neuester verfügbarer, insbesondere US-amerikanischer Informationsquellen aktualisiert. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages wurde der Nutzungswert anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt, basierend auf einer langfristigen Wachstumsrate von 2,5 Prozent (31. Dezember 2014: 2,5 Prozent) und einem Zinssatz von 7,5 Prozent (31. Dezember 2014: 7,7 Prozent). Zum 30. Juni 2015 übersteigt der erzielbare Betrag den Buchwert um 64 Mio. € (31. Dezember 2014: 124 Mio. €). Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,3 Prozentpunkte, bei einer Verminderung der jährlichen Umsatzwachstumsrate um 0,4 Prozentpunkte oder bei einer Verminderung der EBITDA-Marge um 0,4 Prozentpunkte unterschreitet der erzielbare Betrag erstmals den Buchwert.

Das ungarische Parlament verabschiedete am 11. Juni 2014 eine neue Werbesteuer. Am 4. Juli 2014 wurden mehrere Änderungen dieses Gesetzes beschlossen. Das Gesetz trat am 15. August 2014 in Kraft. Die Steuer ist stark progressiv mit Steuersätzen von 0 bis 40 Prozent und wird grundsätzlich auf Basis der Nettoumsatzerlöse, die aus der Werbung erzielt werden, zuzüglich der Margen, die von den mit der Steuerschuldnerin verbundenen Vermarktungsgesellschaften an deren Kunden belastet werden, berechnet. Die Bemessungsgrundlage ergibt sich aus einer Aggregation der Bemessungsgrundlagen der Tochtergesellschaften. Im Ergebnis werden einem Konzern zugehörige Gesellschaften mit einem höheren Steuersatz belastet als konzernunabhängige Unternehmen. Am 18. November 2014 wurde eine Gesetzesänderung verabschiedet, mit der der Höchststeuersatz von 40 auf 50 Prozent erhöht wurde. Diese Änderung trat am 1. Januar 2015 in Kraft. Das Management der RTL Group hat zum 30. Juni 2014 eine vollständige Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 77 Mio. € sowie einen weiteren Wertminderungsaufwand für langfristige immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 11 Mio. € erfasst, von denen 9 Mio. € auf Vermögenswerte im Zusammenhang mit der erstmaligen Kaufpreisallokation entfielen. Darüber hinaus wurde zum 31. Dezember 2014 ein weiterer Wertminderungsaufwand auf kurzfristige Programmrechte in Höhe von 7 Mio. € erfasst. Am 27. Mai 2015 änderte das ungarische Parlament die Werbesteuer rückwirkend. Der Steuersatz beträgt gleichbleibend 5,3 Prozent für Bemessungsgrundlagen größer 100 Mio. HUF und null Prozent für Bemessungsgrundlagen kleiner 100 Mio. HUF. Der positive Einmaleffekt aus der retrospektiven Anpassung in Höhe von 4,5 Mio. € wurde in der Position „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ erfasst. Darüber hinaus hat das Management der RTL Group zum 30. Juni 2015 den beizulegenden Zeitwert der langfristigen immateriellen Vermögenswerte im Zusammenhang mit der erstmaligen Kaufpreisallokation überprüft und eine Zuschreibung in Höhe von 7 Mio. € vorgenommen. Die ebenfalls erfolgte Überprüfung des Nettoveräußerungswerts der kurzfristigen Programmrechte führte zu einer Zuschreibung in Höhe von 3 Mio. €.

Bertelsmann beteiligte sich mit weiteren Partnern und der Investmentgesellschaft Bozano Investimentos an einem Fonds, der in Bildungsunternehmen in Brasilien investieren wird, darunter im Bereich der medizinischen Bildung. Gegenüber diesem Fonds bestehen Einzahlungsverpflichtungen in Höhe von knapp 90 Mio. €. Die Erhöhung der Bilanzposition „Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen“ auf 674 Mio. € im ersten Halbjahr 2015 ist auf mehrere Akquisitionen zurückzuführen, darunter eine Investition in das führende brasilianische Weiterbildungsunternehmen Affero Lab in Höhe von 27 Mio. € und eine Investition in das chinesische Unternehmen Bigo, einen der weltweit führenden Dienstleistungsanbieter kostenloser Handy-VoIP-Anrufe und Sofortnachrichten, in Höhe von 27 Mio. €.

Die Beteiligung an Atresmedia verringerte sich von 19,2 Prozent am 31. Dezember 2014 auf 18,6 Prozent am 30. Juni 2015, wobei im Rahmen der Transaktion ein Gewinn in Höhe von 10 Mio. € realisiert wurde. Unter Berücksichtigung der Präsenz der RTL Group in Entscheidungsgremien von Atresmedia übt diese, nach Auffassung des Managements, weiterhin maßgeblichen Einfluss auf Atresmedia aus.

Die Rückstellungen für Pensionen reduzierten sich infolge einer Dotierung in Höhe von 400 Mio. € in das durch den Bertelsmann Pension Trust e. V. treuhänderisch verwaltete Planvermögen und einer Anpassung des Abzinsungssatzes. Der Anstieg des Abzinsungssatzes für die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen führte zur Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne in Höhe von 237 Mio. € im Posten „Neubewertungskomponente leistungsorientierter Versorgungspläne“. Die Ermittlung des Abzinsungssatzes für den Euroraum wurde im laufenden Jahr im Hinblick auf die Datenselektion modifiziert. Daneben wurden weitere Verfeinerungen vorgenommen. Wäre der Abzinsungssatz zum 30. Juni 2015 ohne diese Veränderungen ermittelt worden, so wäre er um etwa 10 Basispunkte höher ausgefallen. Die hierauf entfallenden versicherungsmathematischen Gewinne hätten die Pensionsrückstellungen um 62 Mio. € reduziert.

Das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 3 Mio. € (H1 2014: 3 Mio. €) umfasst Nachlaufeffekte im Zusammenhang mit dem Verkauf des ehemaligen Unternehmensbereichs Direct Group.

Erläuterung zur Segmentberichterstattung

In der Segmentberichterstattung werden unverändert fünf operative berichtspflichtige Segmente (RTL Group, Penguin Random House, Gruner + Jahr, Arvato und Be Printers) sowie übrige operative Aktivitäten (Corporate Investments) abgebildet.

Überleitung der Summe der Segmentergebnisse auf das Konzernergebnis  

in Mio. €1. Halbjahr 20151. Halbjahr 2014
(angepasst)
Operating EBITDA der Bereiche1.0961.054
Corporate Center-31-37
Konsolidierung-21
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen-293-389
Korrektur um in Sondereinflüssen enthaltene Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen1100
Sondereinflüsse-101-172
EBIT aus fortgeführten Aktivitäten670557
Finanzergebnis-119-125
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten551432
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag-156-178
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten395254
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten33
Konzernergebnis398257

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Bertelsmann-Konzerns zu erwarten ist.